Verlassenes Dorf V-QQ
Beschreibung
Ein beträchtlich großes und historisch reiches Dorf, das seit Jahrzehnten langsam ausstirbt. Die Gegend ist seit vielen Jahrhunderten besiedelt, wobei die erhaltenen Gebäude aus der osmanischen Zeit stammen. Das Dorf liegt im Süden Albaniens nahe dem Meer, auf einem ziemlich hohen Hügel. Im 18. und 19. Jahrhundert besaß es zwei orthodoxe Kirchen und drei griechische Schulen. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts sprach fast die gesamte Bevölkerung Griechisch, obwohl die Bewohner ethnische Albaner waren.
1957 baute die Regierung der Volksrepublik Albanien eine Hauptstraße entlang der Küste, die der Region neue wirtschaftliche und gesellschaftliche Möglichkeiten eröffnete. Ein entlang der Straße angelegter Süßwasserkanal zog die Menschen allmählich ans Meer, sodass sich das Dorf in zwei unterschiedliche Teile spaltete: das alte Oberdorf und das neue Unterdorf. Alle öffentlichen Einrichtungen und das Gemeinschaftsleben siedelten sich im unteren Bereich an. Mit dem Ende des kommunistischen Regimes verließen etwa zwei Drittel der Bevölkerung das Dorf. Die Verbliebenen konzentrierten ihre Kräfte auf die Entwicklung des Unterdorfes — sie bauten neue Häuser und verbesserten ihre Lebensqualität.
Das alte Oberdorf blieb zurück. Die engen, gewundenen Gassen sind gesäumt von verlassenen Häusern — rund 80 % der Gebäude stehen leer. Ihr Zustand reicht von vollständigen Ruinen bis hin zu einer unheimlichen Stille, als hätten die Bewohner soeben das Haus verlassen: Möbel, Truhen, Haushaltsgeräte und persönliche Gegenstände liegen noch an Ort und Stelle. Das Gelände wird nicht bewacht, doch in verschlossene Häuser vor den Augen der verbliebenen Bewohner einzudringen ist nicht ratsam.