Bekleidungsfabrik

Beschreibung
Eine große Textilfabrik an der Hauptverkehrsader der Stadt. Sie wurde in der späten sozialistischen Ära errichtet und produzierte verschiedenste Kleidungsstücke. Auch nach dem Sturz des Regimes behielt sie ihre Funktion — hier wurden Fälschungen bekannter westlicher Marken hergestellt. Das Erdgeschoss war an Mieter vermietet, die nichts mit der Bekleidungsproduktion zu tun hatten, darunter eine Kfz-Werkstatt. Das massive fünfstöckige Gebäude verfügt über zwei Treppenhäuser und zwei Aufzüge.
In den Obergeschossen haben sich Zuschneide- und Nähttische erhalten, Säcke mit Lumpen und Stoff, Haufen fehlerhafter Kleidung, Vorräte an Knöpfen, Reißverschlüssen und Garnrollen, Kartons mit Etiketten und Anhängern, Schaufensterpuppen sowie zahlreiche Dokumente. Es gibt auch Schilder und Aufschriften im sozialistischen Grafikstil — Arbeitsschutzhinweise zur Aufzugbenutzung und Zitate von Enver Hoxha über die Notwendigkeit, seine Pflicht gegenüber der Heimat zu erfüllen.
Auf dem Dach stehen Mobilfunkantennen. Das Gebäude ist völlig verlassen, aber von einem Zaun umgeben; an den Toren sind verblichene albanische Aufschriften „Zutritt verboten“ und „Privateigentum“ zu lesen. Im zweiten Stockwerk hält jemand einen Kettenhund — er bellt, aber auf sein Bellen kommt niemand. In einem kleinen Gebäude auf dem Gelände befindet sich ein aktives Lager, sodass die Tore bisweilen weit offen stehen. Am Kontrollpunkt ist niemand; die Wächterhütte sieht verlassen aus.















