Wasserturm im Meer
Beschreibung
Ein typischer albanischer Betonwasserturm, der im Laufe einiger Jahrzehnte im Meer gelandet ist — ziemlich weit vom Ufer entfernt. Er bietet einen eindrucksvollen Anblick, egal ob man ihn vom Strand oder vom Wasser aus betrachtet. Früher stand der Turm auf festem Boden neben dem Strand, umgeben von einem Kiefernwald und weiteren Gebäuden, doch die Küstenerosion frisst den Sandstreifen rasend schnell auf. Heute trennen einen vom Turm rund hundert Meter Wasser, das allerdings recht flach ist. Die größte Gefahr geht vom Wrackfeld auf dem Meeresgrund aus — Gebäude- und Bunkertrümmer sowie vom Meer umgestürzte Baumstämme. Es gibt keine Bewachung; man kann hinschwimmen und den Turm berühren oder sogar versuchen hinaufzuklettern, solange er noch standhält.
Nahe dem Turm, am Ufer, steht ein verlassenes Cafégebäude, das ebenfalls irgendwann im Wasser landen wird (Stürme wehen schon jetzt Sand hinein). Beide Bauwerke veranschaulichen das Phänomen der Küstenerosion auf eindrücklichste Weise — wem das noch nicht genug ist, der möge die Kiefernstümpfe betrachten, die aus den Meereswellen ragen.
Nicht weit vom Turm befindet sich ein aktiver Grenzschutzstützpunkt; die Beamten patrouillieren das Gebiet wegen illegaler Überfahrten (von hier aus kann man nach Italien übersetzen) und dürfen Ausweise kontrollieren. Der Turm interessiert sie nicht. Im Sommer verwandelt sich die gesamte Gegend in einen weitläufigen Strand mit Campingplätzen, und der Zutritt ist völlig frei.